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TheaterLabor-Berlin

Raum für theatrale Lernerfahrungen

TheaterLabor-Berlin bietet Raum für Forschung und Experimente. Seit 2011 werden hier Kurse und Fortbildungen angeboten für Menschen, die sich in der Theaterarbeit professionalisieren wollen. Einige Kursangebote wenden sich an erfahrene Theatermacher*innen, die Input und Austausch mit Kolleg*innen kombinieren wollen, einige Kurse sind auch für Einsteiger*innen geeignet.

Regelmäßig werden Stücke entwickelt zu aktuellen Fragestellungen. Performerinnen mit Interesse an professioneller partizipativer Theaterarbeit, gesellschaftspolitischen Fragen, Engagement und Humor können sich gerne melden.

Anfang 2022 ist der Start für ein nächstes Projekt mit Frauen geplant.  

Ebenso ist die Fortsetzung der Jahresreihe mit erfahrenen Performerinnen und Dozentinnen in 2022 geplant. Näheres demnächst hier.

Jahresreihe 2021 in neuem Format!
Erfahrene Performerinnen und Dozentinnen teilen ihre Praxiserfahrungen.
Jahresreihe mit Verena Lobert, Ute Schlegel-Pinkert, Angela Löer
>> Kursinfos zum Ausdrucken 
>> Anmeldung zum Ausdrucken 

Praxisseminar Autobiografische Performance, 03. – 05.September 2021
Dozentin: Ute Schlegel-Pinkert

Ausgangspunkt dieses Workshops ist die Kunstform der Performance Art, wie sie wesentlich von Künstlerinnen getragen wurde und wird. An diesem Wochenende werden die Teilnehmerinnen performative Verfahren kennenlernen und erproben, die geeignet sind, eigenen Lebensthemen auf die Spur zu kommen. Anders als im biografischen Theater geht es dabei nicht um das Recherchieren, Erzählen und Verdichten von Erlebnissen, sondern um die Annäherung an eine Ebene des Bewusstseins, die sich jenseits der (permanenten) Selbst-Erzählung befindet. Wer bin ich (noch)? Die Erfahrung dessen erschließt sich in der Stille und im ganz konkreten, absichtslos-spielerischen Umgehen mit Material. Zentrales Moment dabei ist eine Art dialogischen Arbeitens, die sich nicht primär auf eine menschliche Partnerin ausrichtet, sondern auf Fragen und Antworten von Dingen und Phänomenen. Der Workshop wird auf klaren Spielregeln basieren und einen geschützten Raum anbieten, in dem jede Teilnehmerin gemeinsam mit anderen ihre ganz eigene Skizze einer autobiografischen Performance erarbeiten wird.  Die Gruppe dient dabei als wichtiges Resonanzfeld für die Bezeugung und Reflexion der einzelnen Schritte als auch für die mögliche Verbindung von einzelnen Performances in der ersten Suche nach einer übergreifenden Form.

max. Teilnehmerinnenzahl: 10

Ute Schlegel-Pinkert ist Professorin für Theaterpädagogik an der Universität der Künste Berlin. Seit den späten 1990er Jahren hat sie sich mit Performancekunst beschäftigt, eigene Performances erarbeitet (insbesondere mit Hanne Seitz) und diese Kunstform in Seminaren vermittelt. Die Erprobungen zu dieser Form autobiografischer Performance basieren unter anderem in ihrer eigenen Erfahrung mit dem Movement Ritual von Anna Halprin und der langjährigen Arbeit mit Studierenden der UdK.

ORT: Berlin-Schöneberg, Studio für Schauspiel und Kommunikation, Crellestr. 19/20, 10827 Berlin

Zeit: Fr. 18:00 – 21:00, Sa. 10-18 Uhr, So. 10-16 Uhr inkl. Pausen

Das Theater als Versammlungsort –
Strategien der Interaktion und Partizipation, 09. – 10. Oktober 2021
Dozentin: Angela Löer

Im interaktiven Theater von Turbo Pascal wird das Publikum oft selbst zum Thema. Der Blick wird eher auf die anderen Zuschauer*innen gelenkt als auf die Performer*innen. Zwischen den Anwesenden werden Gespräche angezettelt und Dinge ins Laufen gebracht, die eine Eigendynamik entwickeln. Manchmal werden alle Anwesenden gemeinsam zu einem „Publikumsprozessor“, der Informationen weitergibt, verarbeitet oder verfälscht. Gerade in einer Zeit, in der Menschen sich nicht unbeschwert versammeln können, ist es wichtig, künstlerische Begegnungs-, Interaktions- und Versammlungsformen zu entwickeln, die distanziert sind und trotzdem Nähe, Austausch und gegenseitige Irritation ermöglichen.
Im Workshop arbeiten wir an Strategien und Settings der analogen Publikumsinteraktion, die pandemietauglich sind: Gesprächsformate auf Abstand, 1:1 Situationen, performative Rechercheformate im öffentlichen Raum und andere mehr.

Angela Löer, Performerin, Regisseurin und Mitbegründerin von Turbo Pascal. Die Gruppe entwickelt seit 2005 interaktive Bühnenperformances und Rechercheprojekte. Löer studierte Kulturwissenschaften und Ästhetische Praxis (Universität Hildesheim und Aix-Marseille Université). 2007-2009 Dramaturgin und Theaterpädagogin am Theater Erlangen.

ORT: Berlin- Wilmersdorf, Jugendbildungsstätte Kaubstr. 9-10
Dieser Workshop ist Teil des Multiplik-Programms des Bundesverbandes für Theaterpädagogik. Mitglieder des Bundesverbandes erhalten einen ermäßigten Preis.

Zeit: Sa. 10-18 Uhr, So. 10-16 Uhr inkl. Pausen

 

The future is …
– auf wessen Schultern stehen wir?
06. – 07. November 2021
Künstlerische Forschung zur subjektiven Geschichtsschreibung
Dozentin: Verena Lobert

Der Workshop richtet sich an Frauen* verschiedener Generationen und intersektionaler Positionierungen mit Interesse an bzw. eigener Geschichte mit dem feministischen Projekt der Gleichberechtigung.  Der Workshop schickt alle mit einer Forschungsfrage auf die Suche: „Auf wessen Schultern stehe ich eigentlich?“ Persönlich, feministisch, strukturell und künstlerisch? Die eigene Biografie, künstlerisches Fandom oder auch das eigene „noch-nicht-kennen, aber-danach-suchen“, können Ausgangspunkt für eine individuelle Forschungsbewegung nach Verknüpfungen quer durch die verschiedenen Wellen des feministischen Projekts und Zeiten der Bühnenkunst sein. Dabei suchen wir nach historischen Aktionen, Reden, Performances und anderen Artefakten, die wir mit den Mitteln der Lecture-Performance, des Reenactments und der szenischen Hommage bearbeiten – mit dem Ziel, diese Künstler*innen, Autor*innen und Vorgänger*innen ins Bewusstsein zu rufen, sie zu feiern und uns selbst als Teil dieser fortlaufenden Geschichte sichtbar zu machen.

Eigene Materialsammlungen (Tagebücher, Texte, Dokumente, Artefakte zu prägenden (Theater-)Kunst- oder feministischen Erlebnissen, Lieblingskünstler*innen, Entdeckungen aus den Archiven etc.) sind herzlich willkommen aber keine Vorraussetzung.
(Ein zweites Wochenende ist geplant, an dem wir das Material szenisch bearbeiten. Termin wird noch bekannt gegeben.)

Verena Lobert studierte Kulturwissenschaftlerin und ästhetische Praxis (Universität Hildesheim) und „Devising Theatre“ (Dartington College of Arts). Mit ihrem Kollektiv Frl. Wunder AG www.fraeuleinwunderag.net entwickelt sie (Recherche, Autorschaft, Stückentwicklung, Regie, Performance) seit 2006 künstlerisch-forschende Produktionen für Theater und öffentliche Räume. Sie gibt Workshops in der kulturellen Bildung und bildet als Dozentin Theaterpädagog*innen und Studierende der Sozialen Arbeit fort. Seit 2020 arbeitet sie in der Programmdramaturgie für FELD Theater für junges Publikum Berlin mit.

„Ich bin bislang zweimal in meiner Arbeit auf die Suche nach einer subjektiven, feministischen Geschichtsschreibung gegangen. Einmal 2009 mit Power of Pussy: eine unendliche Geschichte des Feminismus https://vimeo.com/61407968 und einmal 2019 mit Furien des Erinnerns www.youtube.com/watch?v=t_FC-3ntGRM. Beide Inszenierungen sind Streifzüge durch künstlerisch-gesellschaftliche Wissensarchive mit der Absicht, dem Publikum diese Kämpfe und Stimmen ins Gedächtnis zu rufen und sie zu feiern.“

ORT: Berlin- Kreuzberg, PhynixTanzt, Hasenheide 54, 10965 Berlin

Zeit: Sa. 10-18 Uhr, So. 10-16 Uhr inkl. Pausen

Alle Wochenenden kosten 250,–, im Frühbuchertarif 220,–. (Zahlungseingang jeweils 23 Tage vor Seminarbeginn)
Rabatte für Früh- und Mehrfachbucher*innen.

Bei der Buchung mehrerer Wochenenden kann ein Bildungsprämiengutschein eingesetzt werden.
info@bildungspraemie.info

Anmeldung: info@theaterlabor-berlin.de

>> weitere Angebote sind in Planung und werden hier veröffentlicht

 

Der Verein theatralis e.V.

Der Verein theatralis e.V. wurde 2009 von Künstlerinnen aus dem Bereich der darstellenden Kunst gegründet, die alle an der Schnittstelle zur kulturellen Bildung arbeiten. 2010 wurde das TheaterLabor Berlin ins Leben gerufen und bietet seitdem in Kooperation mit dem Verein theatralis e.V. Kurse und Fortbildungen an für Menschen, die sich in der Theaterarbeit professionalisieren wollen.

Ziel ist die Entwicklung von Bildungsangeboten im Bereich darstellende Kunst, die Konzeption und Durchführung von Tanz-, Theater- und Performanceprojekten und die Förderung von Frauen*. In den letzten 12 Jahren wurden regelmäßig Workshops zu den Themen Regie, Stückentwicklung und Performance durchgeführt, so dass ein überregionales Netzwerk im deutschsprachigen Raum entstanden ist. 2017 war theatralis e.V. Träger eines von der Robert Bosch Stiftung geförderten Projekts mit Potsdamer Neubürger*innen. 2021 wurde eine neue Reihe mit Dozentinnen entwickelt mit dem Schwerpunkt partizipative Theaterarbeit.